Dagmar Wasserrab seit 20 Jahren Vorsitzende der Burghauser SPD-Frauen - Viel Arbeit im Hintergrund
Presse
Burghausen. Berliner sind für ein forsches Mundwerk bekannt. Dagmar Wasserrab hat es vor 27 Jahren von der Spree der Liebe wegen an die Salzach verschlagen. Sie ist bekannt dafür, Dinge beim Namen zu nennen. Weil sich das bei ihr mit einem Herzen am rechten Fleck verbindet, ist sie nicht nur als Politikerin geschätzt und respektiert, sondern auch als Mensch und Vorbild beliebt. 20 Jahre lang ist sie nun Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauen Burghausens (AsF). Die Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Bürgerhaus wurde deshalb zu einer kleinen Feierstunde.
Vieles was die SPD-Frauen leisten, steht nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Es sind eine Reihe von kleinen Aktionen und Hilfen, die sie sozialen Projekten zukommen lassen. Dagmar Wasserrab listete 5000 Euro an Spenden auf, die der Ortsverein allein im letzten Jahr verteilt hat. Das Geld wurde breit gestreut, Ziel war es, viele Gruppen und Belange zu unterstützen. So bekamen zum Beispiel die Georgsbläser in Raitenhaslach 1000 Euro, um neue Stühle finanzieren zu können. 500 Euro gaben die Frauen der Familie Weyand in Hochburg-Ach, deren Tochter Johanna an einer schweren Krankheit leidet. 1400 Euro dienten der Leseförderung am Aventinus-Gymnasium. Den Hintergrund erläuterte Wasserrab so: „Es gibt Kinder, meist mit Migrationshintergrund, die intelligent sind, aber deshalb Probleme haben, den Stoff in kurzer Zeit aufzunehmen oder wiederzugeben, weil sie nicht zügig genug lesen können.“ Mehrere Kleinspenden an bedürftige Frauen kamen hinzu und eine Geste der Nachbarschaftshilfe für Burgkirchen. 200 Euro gingen ans dortige Freibad als Beitrag, um die drohende Schließung abzuwenden und Kindern die Bademöglichkeit zu erhalten.
Die für die Spenden gewonnenen Gelder stammen nahezu allesamt aus zwei Veranstaltungen, die im Gegensatz zu diesen Hilfen den Burghausern gut bekannt sind. Die Rede ist vom zweimal im Jahr im Stadtsaal ablaufenden Kinderkleiderbasar. 1977 hat die damalige Vorsitzende Erika Maurer den Basar ins Leben gerufen, der sich zur größten Veranstaltung in weitem Umkreis entwickelt hat. 30 000 Artikel werden angeboten, 220 Frauen helfen beim Verkauf mit.
In der Öffentlichkeit wahrgenommen wird auch die alljährliche Veranstaltung zum Weltfrauentag mit multikulturellem Fest und Kabarett. Hinzu kommen der mit 20 Helferinnen organisierte Kinderfasching und einige kleinere Termine. Viele Blumen durfte Dagmar Wasserrab für ihre 20 Jahre Arbeit als Vorsitzende entgegennehmen. Neben den eigenen Frauen gratulierten ihr die Kreisvorsitzenden Elfi Jung und Theresia Blaschke sowie Margret Schwiebacher als stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Und auch die Landesvorsitzende Adelheid Rupp war aus München gekommen.
Wasserrab, die noch Willy Brandt persönlich kennengelernt hat, nennt als Vorbild ihrer Arbeit die im November 2001 verstorbene SPD-Politikerin Regine Hildebrandt aus Brandenburg. Schwer krebskrank habe sie kurz zuvor im Stadtsaal eine mitreißende Rede gehalten und durch Glaubwürdigkeit überzeugt. „Danach sagte sie mir unter vier Augen, wie besch... es ihr gehe. Aber dennoch hat sie die Kraft gefunden, für ihre Überzeugungen so mitreißend einzutreten. Das war imponierend.“
Bei der Versammlung sprach MdL Adelheid Rupp über die Finanzkrise und forderte, auch deren Verursacher zu belasten und den Steuersatz für Spitzenverdiener zu erhöhen. - rw